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Frage Wertstromanalyse Flusslogik

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19 Aug 2017 17:32 #26118 von Libero89
Libero89 erstellte das Thema Wertstromanalyse Flusslogik
Hallo liebe Mitglieder,

ich schreibe zurzeit meine Abschlussarbeit über eine Wertstromanalyse in einem Produktionsbereich.
Dabei habe ich die Prozessstruktur im Bereich analysiert und bin auf folgendes Problem gestoßen:

Meine Firma stellt elektronische Geräte durch Montageprozesse her. Diese Geräte sind empfindlich.
Folgender Prozessablauf:

Aufbau des Systems -->Einbau des Systems auf vormontierter Trägerplatte --> Justageprozess und Inbetriebnahme des Geräts-->Klimaprüfung

Nun kommt es jedoch vor, dass die Geräte durchaus Mängel besitzen und in der Inbetriebnahme beim Funktionstest ausfallen. Diese Geräte werden dann zunächst zur Seite gestellt und nachgearbeitet.

Nachbearbeitung: Auseinanderbau des Systems, Reinigung der Bauteile, erneute Funktionsprüfung

Bleibt die Nachbearbeitung jedoch erfolglos, werden die Geräte zu einem Reparaturplatz gefahren --> Nach Reparatur werden die Geräte wieder zurück zum erneuten Justageprozess und Inbetriebnahme gefahren, erneut geprüft und zur Klimaprüfung gegeben.

Nur wie stelle ich diesen Prozessablauf in einem Wertstromdiagramm dar?

Nacharbeit kann ich über eine Quote mit der Zykluszeit verechnen, aber wie stelle ich das mit Reparaturprozess dar? Abtransport zum Reparaturplatz und später rücktransport zur Inbetriebnahme

Könnt ihr mir helfen?

Viele Grüße

Libero 89

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21 Aug 2017 14:11 #26121 von SebastianP
SebastianP antwortete auf das Thema: Wertstromanalyse Flusslogik
Hallo Libero89,

da hast du ja ein sehr interessantes Thema erwischt. :) Eine generelle Aussage ist hierzu schwer zu treffen, da es meiner Meinung nach von dem Produktionsprozess (Produktion in Losen, Stückzahl, Dauer der Nacharbeit; Dauer der Reparatur; Variantenanzahl; prozentuale Verteilung; Laufen Nacharbeits-/Reparaturprozesse parallel ab?;...) abhängt wie die Qualitätsprobleme zu bewerten sind.

Grundsätzlich sind die Abweichungen doch in beiden Fällen erstmal keine Produktivzeit und somit vorerst nicht wertschöpfend, weshalb sie in der Verfügbarkeit des entsprechenden Prozessschritts berücksichtigt werden sollten. Wenn also erstmal 2% der Teile der Nacharbeit oder Reparatur zugeführt werden, so hat der Prozessschritt "Klimaprüfung" eine Verfügbarkeit von 98%. Im Endeffekt handelt es sich ja um eine Betrachtung der wirklich wertschöpfend genutzten Zeit der einzelnen Prozessschritte und Ausschuss ist erstmal Verschwendung.

Je nachdem wie lange die Teile nun für die Nacharbeit bzw. Reparatur benötigen, würde ich diese entweder in einer eigenen Schleife mit eigenen Prozessschritten darstellen, welche dann an der definierten Stelle wieder in den Prozess einfließen und dort die Losgröße erhöhen. (Falls in Losgrößen gearbeitet wird) Wenn diese Darstellung jedoch nicht passt und die nachgearbeiteten Teile z.B. deutlich länger brauchen, dann handelt es sich um einen eigenständigen Nacharbeitsprozess der meiner Meinung nach separat zu behandeln ist.

Konkreter Vorschlag zu deinem Problem:
- Verfügbarkeit bei Klimaprüfung angeben (%Nacharbeit und %Reparatur als Verlust an dieser Stelle)
- Extraschleife mit Nacharbeit zurück zur Klimaprüfung (erhöht dort die Losgröße)
- und die Reparatur entweder als Extraschleife der Nacharbeit oder als weitere Extraschleife zwischen "Klimaprüfung" und "Justageprozess" (erhöht dort die Losgröße und natürlich alle nachfolgenden Schritte)

Die Logistikprozesse (Transport) und die Wartezeiten sind natürlich ebenso zu berücksichtigen - je nach Detaillierungsgrad als eigenständige Prozessschritte oder eben als Teil der Prozesszeit.

Ich hoffe, dass Dir diese Überlegungen zumindest als Denkanstöße weiterhelfen.

VG,
Sebastian

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