lightbulb Idee Kunde wird Lieferant - we Prüfung vereinbaren

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18 Aug 2021 20:54 #31462 von jo5
Hallo zusammen ,
Ein Kunde aus dem medizinbereich kauft teile eines Lieferanten bei und stellt sie uns bei .
Sprich Kunde agiert als Lieferant.
Um jegliche Themen bezüglich produkthaftung so gering wie möglich zu halten möchte ich euch einen rechtskonformen one Prager aufsetzen der uns bei der we Prüfung auf reine identprüfung reduziert und jegliche Haftung für Nio Ware ausschließt .
Ich weiß schwieriges Thema aber ich wäre für jeden Tipp sehr dankbar.
Gruß
Jochen

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19 Aug 2021 08:30 #31463 von Wallner
Moin,
ich finde das gar nicht als so schwierig. Ihr habt ja einen Vertrag/Auftrag mit dem Kunden. Wenn dieser nun Beistellteile beinhaltet, egal wo die herkommen, muss da auch geregelt sein wie damit zu verfahren ist.
Daraus ergibt sich dann ja auch die WE-Prüfung und deren Umfang. Ist eine Funktionsprüfung erforderlich oder reicht die Überprüfung von PN/SN.
Das sehe ich weniger als Q-Thema, da muss halt im Auftrag schon definiert sein was der Kunde wünscht. Immerhin ist der Aufwand ja auch Preisbeeinflussend. Den Schuh würde ich dem Vertrieb (oder wer auch immer bei euch die Verträge abschließt) aufs Auge drücken.

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19 Aug 2021 11:12 - 19 Aug 2021 13:21 #31464 von Sonntag
Guten Tag,

nach meiner Erfahrung aus dem Automobilzulieferbereich ist das Thema "vom Kunden beigestellte Ware" (Kunde kauft selber und stellt bei) oder "Setzlieferant" (Kunde schreibt den Lieferanten vor) erheblich komplexer und vielschichtiger.

Deshalb folgende Handlungsempfehlung. Machen Sie eine Risikoanalyse (ggf. zusammen mit Setzlieferant und/oder Kunde):
1) Welche wichtigen/signifikanten/kritischen Fehler können beim beigestellten Produkt bei Anlieferung auftreten?
2) Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Empfänger im eigenen Verantwortungsbereich (WE, Wertschöpfungskette, Endprüfung) Fehler an der beigestellten Ware entdecken kann?
3) Welche Auswirkungen können nicht entdeckte und durchgeschleuste Fehler beim Endnutzer haben?
4) Wird das beigestellte Produkt in der Wertschöpfungskette verändert oder kann es beschädigt werden und kann am Fertigprodukt nachvollzogen werden, ob das beigestelle Produkt fehlerhaft geliefert wurde?
5) Bei Setzlieferant: Ist der Lieferant ausreichend (Summe, Geltungsbereich, Risiken) versichert und liegen Nachweise vor, dass die Prämien gezahlt wurden (Bestätigung vom Makler oder Versicherer)?

Das Spektrum kann extrem sein zwischen mangelhaftem Aufkleber, dessen Schrift im Gebrauch verwischt und mangelhafte Schaltplatine mit Wackelkontakt, die bei einem Beatmungsgerät das Leben des Patienten gefährden kann.

In meiner beruflichen Praxis hat es sich für vorteilhaft erwiesen, den Setzlieferanten zu besuchen und mittels Prozessaudit Risiken zu erkennen und mit dem Kunden darüber zu kommunizieren.
Auch bin ich der Überzeugung, dass mit einer Wareneingansprüfung die Produktqualität nicht sicher gestellt werden kann.

Sollten Ihnen die Risiken zu hoch und der Setzlieferant nicht fähig oder willens sein, diese zu senken, steht ihnen frei, über Ihren Rechtsbeistand einen Vertrag über Haftungsrisiken und dafür Verantwortliche aufsetzen und von Ihrem Kunden unterschreiben zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen
Sonntag
Letzte Änderung: 19 Aug 2021 13:21 von Sonntag.

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