Frage Lösungsansätze: Mangelhafte Abarbeitung von Maßnahmen nach Auditabweichung

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06 Dez 2018 10:45 #28008 von MiSa3105
Guten Morgen liebe Qualitäter
ich benötige heute eure Erfahrungen/ Tipps hinsichtlich Abarbeitung von Maßnahmen bei Auditabweichungen/ Empfehlungen.

Kurz zum Hintergrund:
seit gut einem Jahr führen wir quartalsweise interne Prozess- und Produktaudits nach VDA Standard durch.
Das Auditorenteam ist entsprechend qualifiziert, mittlerweile hat jeder mindestens ein Audit im Betrieb durchgeführt.
Wir stellen bei jedem Audit fest, dass es erhebliche Mängel bei der Abarbeitung von Auditabweichungen der vorherigen Audits in den betreffenden Abteilungen/ Prozessen gibt.
Das Thema ist uns sogar beim externen Zertifizierungsaudit aufgefallen, hier gab es Einzelfälle wo die Abgabefrist der Korrekturmaßnahmen und Nachweise bis zum letztmöglichen Tag ausgesessen wurde und was da als Resultat herauskam war mehr als dürftig.

Wir machen nun zum Jahresende hin eine Review innerhalb des gesamten Auditorenteams und würden uns gerne Lösungen überlegen, wie man Prozesseigner dazu bringen kann, Auditabweichungen ernst zu nehmen und entsprechend abzuarbeiten. Leider merken wir vor allem dass in der obersten Ebene (Geschäftsführung, Bereichsleiter) wenig bis überhaupt keine Rückmeldung kommt.

Was wir bisher versucht haben:
-Umgestaltung des Maßnahmenplans (wir haben ihn "idiotensicher" gemacht damit auch wirklich keiner mehr Arbeit in die Aufbereitung stecken muss)

-Anbieten von Hilfestellung bei der Abarbeitung durch die QS (Es gab diverse Sitzungen an denen die Punkte und Korrekturmaßnahmen im Detail besprochen wurden)

-Regelmäßige Reminder E- Mails an die entsprechenden Stellen


Habt ihr Tipps was wir zusätzlich noch tun könnten um diese "Aussitz- Mentalität" zu durchbrechen? Wie handhabt ihr das in euren Unternehmen?

Danke im Voraus für euren Input

viele Grüße

Michelle

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06 Dez 2018 14:23 #28010 von Lackie
Hallo Michelle,
aus meiner Sicht liegt das ganze Problem maßgeblich hier :
Leider merken wir vor allem dass in der obersten Ebene (Geschäftsführung, Bereichsleiter) wenig bis überhaupt keine Rückmeldung kommt.

Wenn die GF nicht mit Ernsthaftigkeit und Konsequenz an das Thema QMS herangeht, ist es für den QMB bzw. die Auditoren sowas wie ein Kampf gegen Windmühlen und man wird ewig nur vertröstet und hingehalten.
Bei uns haben sich Aktivitätenspeicher ( wer macht was bis wann ? ) bewährt. Die Aktivitäten (Maßnahmen) werden in zweiwöchigen ( je nach Bedarf öfter oder weniger oft ) Quali-Runden mit GF und allen Führungskräften nachgehalten und der Erledigungsstand abgefragt. Der QMB moderiert und fragt jeden Abteilungsleiter persönlich nach dem Stand der Erledigung seiner Aufgabe (n), die Auskünfte hierzu werden – solange der Pkt. nicht erledigt ist – im Feld Bemerkungen eingetragen. Die Aktivitätenspeicher sind öffentlich, d.h. für alle über das Intranet einsehbar, jedoch nicht abänderbar.
Wir arbeiten sehr gut damit. Allerdings funktioniert das alles nur, wenn die GF ihr Interesse daran, dass die Maßnahmen erledigt werden, klar signalisiert.
Grüße, Lackie

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08 Dez 2018 14:25 #28011 von Wintzer
Hallo Michelle,

wie Lackie schon sagte, dass Problem liegt bei der obersten Leitung. Beauftragte haben in der Regel keinerlei Anweisungsbefugnisse, somit auch keine Möglichkeiten, Druck auszuüben.

Ich sehe hier lediglich die Möglichkeit, über die Managementbewertung (ISO 9001 Abschnitt 9.3.2 Punkt C9-6 Auditergebnisse) die Unternehmensführung einzubinden. Hier ist deren Stellungnahme erforderlich, warum sie die Nichterledigung akzeptiert.

Gruß
Peter Wintzer

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