file Frage Bemusterung bei 12 monatigem Lieferstopp

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21 Mär 2017 07:49 #25247 von poxi2303
Bemusterung bei 12 monatigem Lieferstopp wurde erstellt von poxi2303
Hallo,

wir sind ein Unternehmen welches Zubehörteile produziert und haben demnach eine riesige Produktpalette (ca. 4500 Verkaufsartikel). Vor einigen Wochen sind wir bei einem Kundenaudit darauf gestoßen welche Maßnahmen getroffen werden wenn ein Produkt bei uns mehr als 12 Monate nicht angeliefert wird, bzw. (noch schlimmer) ein Lieferant mehrere Jahre keine Anlieferung hat (zB Ersatzteilfall --> geringe Abrufe).

Die Norm fordert ja dass hier zumindest eine neue Bemusterung fällig ist.
Teilenummern welche die 12M - Frist überschritten haben, haben wir im SAP mal gesperrt, zukünftig wird jedes Monat überprüft welche Teile >11 Monate keine Anlieferung haben/hatten (11 Monate um etwas Puffer für die Einleitung der Maßnahmen zu haben).

Intern hatten wir nun einiges an Diskussion über die Bestellung von solchen gesperrten Artikeln.
zB hatte wir vor kurzem den Fall dass ein Kunststoffteil ca. 3,5 Jahre nicht bestellt wurde (der Lieferant hat jedoch angeliefert), das Werkzeug wurde wieder "ausgegraben" und 250 Stk. gefertigt - die Teile waren recht bescheiden (Werkzeugkorrosion).

Wenn wir nun dieses Teil bestellt hätten und im Zuge der Bestellung einen EMPB angefordert hätten wäre zwas das System befriedigt, jedoch sind solche Teile dann auch nicht verkaufsfähig.

Habt ihr hier einen Tipp wie wir das handhaben können, bzw. wie machen das andere Unternehmen?

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21 Mär 2017 08:00 #25248 von tommmili
Hallo Poxi,
Gegenfrage: wer ist in dem Fall "die Norm" und in welchem Kapitel steht das mit der jährlichen Requali? Mir ist diese Norm nicht bekannt - und ich vermute ein paar Kollegen hier auch nicht.

Maßgeblich ist: was habt ihr mit Eurem Kunden abgesprochen isn Sachen Erstbemusterung und Requalifizierung.
Ich habe mit unseren Kunden - so überhaupt eine Requali vereinbart ist - durchweg ausgemacht, daß mit ende Serienlieferung auch die Requali entfällt oder vom Umfang her sehr eingeschränkt wird. Möglich ist z.B. eine Requali durch Produktaudit oder der Kunde erkennt die an und für sich interne Verifizierung des Einrichtens als Requali an.

Und so ganz nebenbei: Erstmuster- oder Requalifikationsteile sollen den Serienstand der für beide Seiten akzeptabel ist, wiederspiegeln. Nicht verkaufsfähige EMPB-Teile sind schlichtweg ein Absurdum.
Grüßle
T

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21 Mär 2017 08:50 #25252 von poxi2303
Im VDA Band 2 steht im Kapitel "mögliche Auslöser für das PPF-Verfahren" unter anderem:
- "längeres Aussetzen der Fertigung, mehr als 12 Monate (Produkte für den Ersatzteilmarkt sind hiervon ggf. ausgeschlossen)"

...also der Passus in Klammer ist schon mal hilfreich für mich.

Weiters steht im VDA Band unter 5.5.2 Sonderfälle unter anderem:
- "Allzeitbedarf (Sereinauslaufteile, Ersatzteile)
- stark schwankende Liefermengen
- geringe Liefermengen

...sollten zwischen Lieferanten und Kunde besondert vereinbart werden.

--> somit ist für mich schon mal die Forderung lt. VDA einigermaßen klar.

Unklar ist jedoch wie wir das in der Organisition handhaben wenn SAP Systemseitig eine Sperre erfolgt und wie wir die Lieferung (in entsprechender Qualität) wieder freibekommen...?
Irgendwie steh ich da ein wenig auf der Leitung... :)

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23 Mär 2017 13:49 #25274 von tommmili
Hallo Poxi,
im Koran steht: Du sollst nach Mekka pilgern. Machst Du das auch brav?? Odeer sagst Du: ich will lieber geschlagen werden und halte dann auch gerne die andere Backe hin, weil für mich gilt ein anderes Buch...?

U(nter dem Aspekt solltest Du die Situation mal durchgehen: was gilt überhaupt für mich - nur weil irgendwo irgendwas geschrieben steht, heisst das noch lange nicht, daß es auch immer und überall für jeden verbindlich ist. Ist ganz gut so, wenn ich dran denke was ich schon so alles geschrieben habe... - ist aber ein anderes Thema.

Hier gilt: wer liest ist im Vorteil. Also stell erst mal fest, ob VDA 2 überhaupt gilt, d.h. habt ihr mit dem Kunden die Einhaltung vereinbart? Ansonsten ist es nicht mehr und nicht weniger als bedrucktes Papier.

Wenn Du Dich lediglich dran orientierst, was es an einschlägigen Forderungen gibt, wirst Du nie zu Streich kommen. Habt ihr weder VDA 2 noch Fragen der Requali vereinbart, seid Ihr aussen vor.

Wie Ihr dann verwaltungstechnisch damit umgeht, ist wieder ein anderes Kapitel. Sicher ist, daß IHR dem SAP sagt, was zu machen ist - nicht umgekehrt. Systemseitig wird nur das gemacht, was Ihr dem System aufgetragen habt zu machen. Im Zweifelsfall müsst Ihr halt Eurem System sagen, es soll den Scheisss lassen...
Grüßle
T

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10 Feb 2021 17:50 - 10 Feb 2021 17:51 #30860 von Tofe81
Hallo zusammen,

das ist so aber auch nicht ganz richtig.
In der IATF steht das, dass in bestimmten mit den Kunden abgestimmten Abständen eine Bauteilrequalifizierung durchgeführt werden muss, also auch nach längerer Fertigungspause. Zudem hat das jeder vernünftige Lieferant, OEM oder Autobauer im Lieferantenhandbuch.

Macht auch sinn, auch wenn wir das auch nicht immer machen :-)
Letzte Änderung: 10 Feb 2021 17:51 von Tofe81.

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