Frage Produktsicherheitsbeauftragter

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08 Mär 2016 17:12 #22799 von qualita
qualita erstellte das Thema Produktsicherheitsbeauftragter
Hallo Miteinander!

Ich bin auf der Suche nach einer geeigneten Formulierung, dass der PSB in seiner Funktion nicht privat haftbar zu machen ist.
Wie habt Ihr es in euren Ernennungsurkunden formuliert?

Danke für eure Rückmeldungen!

Schönen Tag noch!

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15 Mär 2016 18:16 - 15 Mär 2016 18:17 #22848 von Sonntag
Sonntag antwortete auf das Thema: Produktsicherheitsbeauftragter
Guten Tag,

das gibt es leider nicht.
Sie können sich nicht von der Haftung befreien lassen,
wenn Sie grob fahrlässig oder vorsätzlich Ihre Pflichten als PSB verletzen.
Sie sollten die Pflichten des PSB in Ihrer Aufgaben- und Funktionsbeschreibung
aufnehmen lassen.
Weiterhin sollten Sie sich von Ihrem AG die Zusage geben lassen,
dass auch für Sie eine D&O Versicherung (Directors-and-Officers-Versicherung,
auch Organ- oder Manager-Haftpflichtversicherung) abgeschlossen wird.

Mit freundlichen Grüßen
Sonntag

Mit freundlichen Grüßen
Sonntag
Letzte Änderung: 15 Mär 2016 18:17 von Sonntag.

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26 Apr 2016 14:57 #23165 von LittleQM
LittleQM antwortete auf das Thema: Produktsicherheitsbeauftragter
Hallo Zusammen,

ich bin neu im Chat und habe die Beiträge zum Thema PSB gelesen.
Ich kenne mich rechtlich nicht mit dem Thema aus, da dies mich bisher nciht betraf.

Ich bin für das Qualitätswesen an einem Standort meines Arbeitgebers verantwortlich.
Nun steht die Forderung des VW-Konzern nach einem PSB im Raum.
Um dieser Forderung nachzukommen soll diese Aufgabe, nach erfolgter Schulung, an mich übertragen werden.

Ich habe die notwendige Schulung bisher noch nicht erhalten und kann nicht abschätzen was dies alles an Arbeitsaufwand und Verantwortung bedeutet. Formel Q weist viele Aufgaben auf.
Ich bin bereits mit meinen "normalen" Aufgaben mehr als ausgelastet, wie wahrscheinlich alle Qualitäter an der Front. :side:
Ich habe folgende Fragen zum Thema:
- Hat jemand von euch Erfahrungswerte über den Zeitaufwand für die Tätigkeiten eines PSB?
- Kann mein Arbeitgeber mich ohne meine Zustimmung benennen? Soweit ich weiß muss der Mitarbeiter zugestimmen, oder?

Liebe Grüße!

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27 Apr 2016 14:47 #23178 von N.Unzicker
N.Unzicker antwortete auf das Thema: Produktsicherheitsbeauftragter
Hallo LittleQM,

der Zeitaufwand den PSB in BEON einzustellen sind nur wenige Sekunden. Danach ist es wichtig, dass auch eine gute Produkt - Haftpflicht Versicherung abgeschlossen wird und natürlich sollte das Unternehmen eine D&O Versicherung (Directors-and-Officers-Versicherung, auch Organ- oder Manager-Haftpflichtversicherung) abgeschlossen sein ( INFO von Herrn Sonntag).
Zur Schulung PSB sollte die GF unbedingt auch gehen.

Viel Erfolg
Gruß Norbert

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13 Mai 2016 10:09 #23274 von Lanselot111
Lanselot111 antwortete auf das Thema: Produktsicherheitsbeauftragter
Hallo Norbert,

bezüglich des Zeitaufwandes muss ich Widerspruch einlegen. Natürlich dauert es nur Sekunden sich auf der VW-Plattform als PSB zu melden. Leider ist das Aufgabengebiet eines PSB doch etwas größer - ich hatte das Vergnügen eine Schulung zum PSB beim TÜV Süd zu absolvieren. Prinzipiell geht es um die Betrachtung der Produkte die die eigene Firma auf den Markt bringt und deren mögliches Gefahrenpotential gegen Leib und Leben. Als Beispiel: Wir stellen Radzierblenden für den Ersatzteilmarkt her. Ein solches Teil kann sich durchaus mal verselbstständigen und sich in die Umgebung verabschieden und Unheil anrichten. Meine Aufgaben als PSB sind nun folgende:
1. Analysieren wie diese Fehlfunktion auftreten konnte (z.B. Bruch des Halteringes) und Abstellmaßnahmen definieren mit allen weiteren Konsequenzen für die Unterlieferanten- sprich der Hersteller des Rückhalteringes muss das gleiche machen - usw.
2. Auch wenn mit unseren Bauteilen noch nichts passiert ist aber diese Fehlfunktion bei einem anderen Hersteller aufgetreten ist (Information auf KBA-Web-Seite, Zeitungsmeldung, Internetforen, etc.), bin ich dazu verpflichtet unsere Bauteile darauf zu untersuchen ob dieser Fehler auch bei uns auftreten könnte und habe entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
3. Produktbeobachtungspflicht - Es kann sein, dass irgendein Hersteller einen Zusatz liefert, der an der Radzierblende montiert werden kann (z.B. LED-Ringe, etc.), die aber das Bauteil so verändern, dass es bei höheren Geschwindigkeiten zur Lösung vom Rad kommen könnte (es ist noch nichts passiert!). Dann bin ich verpflichtet durch Herausgabe einer Warnung an Presse/KBA/etc. , dass dieser Zusatz nicht von uns als Hersteller zulässig ist (siehe dazu "Honda-Urteil" BGH 1986: Honda wurde verurteilt seiner Produktbeobachtungspflicht nicht nachgekommen zu sein nachdem ein nicht autorisierter Zubehörhersteller eine Verkleidung für die Goldwing auf den Markt gebracht hat, die das Motorrad instabil gemacht hat und es dadurch zu Unfällen kam).
Die Aufgaben sind jetzt nicht alle vollständig aufgelistet - wer aber seine Sorgfaltspflicht nicht vorsätzlich verletzt kann nicht zur Verantwortung gezogen werden - falsch ist es jedoch gar nichts zu tun. Und noch was: Diese Forderungen sind bereits in den einzelnen Gesetzen (Produkthaftpflicht, etc.) sowie in der VDA 6.X und ISO/TS vorhanden - Volkswagen hat das nur gebündelt.

Gruß
Paul

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