file Frage Vertragsvereinbarung directed buy Artikel

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08 Apr 2020 15:35 #30011 von Tom03
Team, mich würde interessieren, wie aus Zulieferersicht mit Kunden umgegangen werden soll, die directed buy artikel vorgeben, jedoch auf der anderen Seite für das Endprodukt die volle Q - und Verfügbarkeitsverantwortung durchreichen?

Stichworte:

Anlieferungsqualität seitens directed buy Lieferanten
Sicherstellung Ressourcen
Reklamationswesen

Soll man sich durch einen Gegenvertrag hier abgrenzen? Dann diskutieren warscheinlich die Rechtsanwälte über mehrere Monde bis Lösung da ist. Wie wird das in der Praxis gelebt?
DANKE

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09 Apr 2020 11:49 #30012 von Maximilian84
Maximilian84 antwortete auf Vertragsvereinbarung directed buy Artikel
Hallo Tom,

versuche doch mit dem Kunden und dem Setzteillieferanten ein RASCI Chart aufzubauen. Dort können dann ganz klar die Zuständigkeiten definiert werden.

Gruß Max
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14 Apr 2020 14:01 - 14 Apr 2020 14:17 #30018 von Sonntag
Guten Tag,

Sie sprechen ein in der Automobilindustrie bekanntes Problem an.
Ihr Kunde OEM verlangt von Ihnen als Tier 1, bei einem bestimmten Tier 2 ein Produkt zu kaufen (Setzlieferant) und mit Ihrem Produkt eingearbeiteten an den OEM zu verkaufen.
Aus meiner beruflichen Praxis hatte ich persönlich das "Vergnügen", in diversen Projekten mal der Tier 2 und mal der Tier 1 zu sein. Weder Tier 1 noch Tier 2 freuen sich nicht immer über diese Art der "Zwangsbeglückung".

In Ihrem Fall empfehle ich, bei Ihrem Setzlieferant ein VDA 6.3 Prozessaudit durch zertifizierte Prozessauditoren durchzuführen. Sollten Sie aufgrund nachweislicher (Haupt)-Abweichungen zu eine C-Einstufung kommen, können Sie das Ihrem OEM zusammen mit dem Entscheid mitteilen, entweder Ware nach verifizierter Umsetzung der Korrekturmaßnahmen beim Tier 2 oder nur 100% geprüfte Ware (wenn Kosten vom Tier 2 übernommen werden) abzunehmen.
Weiterhin ist es sinnvoll, dass mit dem Setzlieferanten eine QSV abgeschlossen wird, die klare Regelungen über
- IATF 16949 Zertifizierung (APQP, P-FMEA, MSA, SPC, PPAP/PPF)
- Nachweise über abgeschlossen Rückrufversicherungen,
- 0-km Reklamationen und
- Feldbeanstandungen
beinhaltet.

In meinem Praxisfall wurde bei einem Carry-Over Projekt vom OEM zwei Setzlieferanten festgelegt. Ein Setzlieferant (Tier 3 und europäischer Händler von Normteilen) verweigerte das Prozessaudit, weil er den Produktionsort der Normteile nicht mitteilen wollte.
Beim 2. Setzlieferant kam während des Prozessaudits heraus, dass der OEM eine notwendige technische Änderung zur Reduzierung der hohen Feldbeanstandungsquote aus Kostengründen verweigert.
Daraufhin wurde dem OEM im persönlichen Gespräch mit den Entwicklungs- und Projektingenieuren und Einkäufern die Fakten dargelegt und gleichzeitig eine Lieferung der Ware nur unter Haftungsausschluss der bekannten Mängel zugesagt.
Ergebnis: Der OEM hat die Normteile selbstverantwortlich gekauft und zum eigenen Risiko beigestellt und die Haftung für uns für die bekannten Fehler wurden ausgeschlossen.

Viel Erfolg bei Ihrem Projekt.

Mit freundlichen Grüßen
Sonntag
Letzte Änderung: 14 Apr 2020 14:17 von Sonntag.
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