file Frage Noch keine Grün-Freigabe, wie umgehen damit?

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13 Feb 2020 21:00 #29792 von mustosun
Noch keine Grün-Freigabe, wie umgehen damit? wurde erstellt von mustosun
Hallo zusammen,

könnt ihr mir Tipps zum Thema Freigabe geben.
Und zwar geht es darum, dass alle Einzelteile des hergestellten Produktes vom Unterlieferant die Freigabe erhalten hat jedoch der Setzteillieferant noch nicht freigegeben ist.
Wie gehe ich mit diesem Umstand auf den Kunden zu und versuche trotzdem die Grün-Freigabe zu erlangen?
Ich habe mir überlegt:

- den aktuellen Status beim Kunden vorzustellen
- Versuchen evtl. eine bedingte Freigabe zu erlangen, unter bestimmten Auflagen
- Vorstellung und Präsentation eines Maßnahme-Plans und Meilenstein-Plan
- Einholung verbindliche Zusage des Setztteillieferanten

Könnte man die Freigabe so erlangen?
Vielen Dank im Voraus.

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14 Feb 2020 10:17 #29793 von Sonntag
Guten Tag,

bitte differenzieren Sie zwischen
- Lieferantenfreigabe (z.B. mittels IATF 16949 Zertifizierung, VDA 6.3 Prozessaudit, QSV) und
- Produktfreigabe (abgeschlossener PPF gemäß VDA Band 2)
Welche Freigabe fehlt Ihnen denn beim Setzlieferanten?

Mit freundlichen Grüßen
Sonntag

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14 Feb 2020 10:46 #29794 von mustosun
Hallo Sonntag,

danke für deine Rückmeldung.
Leider kann ich aus der Aufgabe die Lieferanten- oder Produktfreigabe nicht ganz erkennen.
In der Aufgabenstellung steht:

"Alle Einzelteile für dieses Produkt sind durch die Kollegen der SQA bei den
Unterlieferanten freigeprüft worden, lediglich der Setzteillieferant hat diesen Status
noch nicht erreicht. Wie gehen Sie mit diesem Umstand auf den Kunden zu und
versuchen trotzdem eine Freigabe zu erreichen. ( Sammeln Sie Argumente für eine
Grün – Freigabe trotz der fehlenden Freigabe)"

Ich tendiere eher zur Produktfreigabe, da der Setzteillieferant vom Kunden ja selbst ausgesucht wird und in der Regel bereits durch ihn nominiert wurde.
Es könnte auch sein, dass sowohl der Lieferant- und das Produkt freigegeben werden muss, bin mir da nicht ganz sicher.

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14 Feb 2020 12:14 #29795 von Sonntag
Hallo mustosun,

Sie können dem Fragesteller vorschlagen, mit den betroffenen Prozesseignern beim Setzlieferanten und in Ihrer Organisation eine Risikoanalyse vorzunehmen und das Ergebnis dem Kunden vorzutragen. Dazu müssen alle Fakten und Nachweise vollständig vorgelegt und bewertet werden.
Wenn die Risiken kontrollierbar sind, gibt der Kunde ggf. eine Abweicherlaubnis.

Mit freundlichen Grüßen
Sonntag

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15 Feb 2020 16:13 #29798 von mustosun
Hallo, vielen Dank für ihre Antwort.
Eine Frage hätte ich noch, mit Risikoanalyse meinen sie FMEA oder welche genaue Risikoanalyse meinen sie?
Danke.

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16 Feb 2020 11:10 #29799 von mustosun
Ich habe jetzt so eine Art Checkliste erstellt, wie ich vorgehen würde.
Wie wäre ihre Meinung dazu? @Sonntag

Vorstellung bisheriger Status seitens Setzteillieferant - warum, wieso?
Prüfung auf Möglichkeit zur bedingten Freigabe ? Unter bestimmten Auflagen?
Durchführung und Bewertung einer Risikoanalyse, Offenlegung aller Fakten und Nachweise. Wenn Risiken kontrollierbar dann ggf. eine Abweicherlaubnis oder Grün-Freigabe erteilt werden (besonders wichtig Kosten, Qualität und Zeit)
1. Identifikation der Risiken: Risiko-Workshop, Expertenbefragung, vor Ort-Analyse
2. Risikobewertung: Beschreibung, Auswirkung, Verantwortlicher, Status → Eintrittswahrscheinlichkeit, Tragweite, Risiko-Score, Geschätzter Schaden
4. Steuerungsmaßnahmen
Ebenso enges Termin-Tracking (Meilenstein) und Enge Kommunikation mit Setzteillieferanten
Einholung verbindlicher Zusagen durch den Setzteillieferanten

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17 Feb 2020 09:53 - 17 Feb 2020 09:54 #29803 von Sonntag
Guten Tag mustosun,

Sie können das Tool FMEA zur Risikoanalyse verwenden.
In Ihrer Checkliste haben Sie die richtigen Punkte aufgeführt.
Die Kernfrage lautet sicherlich, warum der Setzlieferant (Tier 2) in der vorgegebenen Zeit kein PPF nach VDA 2 machen konnte. Wenn Sie (Tier 1) und Ihr Unterlieferant (Tier 2) sich einig wären, dass eine späte ungeplante technische Änderungen durch den OEM die Ursache wäre, könnten Sie natürlich anders beim OEM argumentieren als wenn das Problem aus internen Gründen beim Tier 2 verursacht wäre.
Ein Frage steht natürlich immer im Raum:
warum hat der Eskalationsprozess beim Tier 2 und/oder beim Tier 1 nicht funktioniert?

Mit freundlichen Grüßen
Sonntag
Letzte Änderung: 17 Feb 2020 09:54 von Sonntag.

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