file Frage Änderungen (Prozess, Produkt) den Mitarbeitern kommunizieren

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25 Apr 2019 17:21 #28634 von LorenzT
In unserem Unternehmen besteht das Problem, dass bei Änderungen schwierig / kaum sichergestellt werden kann, dass die Mitarbeiter "sofort" unterwiesen werden und die Wirksamkeit nachgewiesen werden kann. Das Problem ist die Unterweisungen über 3 Schichten (und Krankheit und Urlaub) flächendeckend sicherzustellen. (Kap. 7.2.2, 7.5.2 und 8.5.1.2)
D.H. wir haben Datenblätter, Arbeitsanweisungen, Zeichnungen etc. die "relativ häufig" geändert werden und vor allem eine Vielzahl an unterschiedlichen Produkten / Varianten was dann eben zu ca. 3 Änderungen pro Woche (mal mehr mal weniger) führt. Unsere Produktionsleiter signalisieren, dass sie damit sehr viel Zeit mit Unterweisungen verbringen (auch wegen Schicht, Urlaub und Krankheit der Mitarbeiter)
Bei uns sprechen wir über ca. 300 Mitarbeiter in der Produktion (Elektronik) die unterwiesen/geschult werden müssen.
Und hier liegt unser Problem bei fast jedem Audit.
Unser Managementsystem und Managementbeauftrager prangert immer an, jede Änderung zu unterweisen. Und zwar vor Aufnahme der Tätigkeit mit der entsprechenden Änderung, was im Serienprozess kaum haltbar ist (siehe oben).
Wie wird das in anderen Unternehmen gehandhabt. Gibt es hier Möglichkeiten den Aufwand an Unterweisungen und auch noch Wirksamkeitsprüfungen einzugrenzen (ohne die Flexibilität des Unternehmens einzuschränken und die Änderungen durch langwierige Prozesse hinauszuzögern).
Ich hoffe ich hab unser Problem verständlich beschrieben. Falls nicht bitte gerne nochmal nachfragen.

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26 Apr 2019 10:41 #28637 von Wintzer
Hallo LorenzT,

zunächst unterstelle ich, dass der HInweis auf die Kapitel die IATF 16949 betrifft. Dazu folgende Anmerkungen:

Kapitel 7.2.2: Hier geht es nicht um Änderungen, sondern darum, das Personal an einem neuen oder beim Wechsel eines Arbeitsplatzes dort angemessen eingearbeitet werden sollen. Nachweis ist das personenbezogene Einarbeitungsprotokoll.

Kapitel 7.5.2: Hier geht es lediglich um Formalien, die bei Änderungen von Dokumenten zu beachten sind.

Kapitel 8.5.1.2: Hier liegt sicherlich Euer Kernproblem. Hier empfehle ich eine Unterscheidung zu machen zwischen Systemdokumenten und produkt-/auftragsbezogenen Dokumenten.
Bei Änderungen in Systemdokumenten muss der Änderer die Relevanz einschätzen und ggf. die betroffenen Fachbereiche (Vorgesetze) schriftlich informieren, damit diese ihr betroffenes Personal auf die Änderung aufmerksam machen können. In diesem Fall dürfte die schriftliche Info als Nachweis ausreichen. Unabhängig davon sollte das Personal in regelmäßigen Abständen eine Wiederholungsschulung erhalten. Dann gibt es als Nachweis ein Schulungsprotokoll.

Änderungen in produkt-/auftragsbezogenen Dokumenten sollten in diesen Dokumenten gesondert gekennzeichnet werden (siehe Kap. 7.5.2). Da diese bei Auftragsausführung vor Ort vorhanden sein müssen, kann die ausführende Person erkennen, das eine Änderung vorliegt und kann entsprechend handeln. Ein gesonderter Schulungsnachweis ist in diesen Fällen nicht erforderlich.

Diese Vorgehensweisen müssen natürlich auch Bestandteil Eurer Systembeschreibung sein.

Weitere Details siehe auch die Abhandlungen auf meiner Webseite www.pwmp.de .

MfG
Peter Wintzer

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