question-circle Frage Lenkung von Überwachungs-und Messmitteln - DAkkS oder ISO RE-Kalibrierung?!

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20 Mär 2020 11:38 #29955 von Ellmka
Hallo,

da ich ein "Frischling" in der Branche bin, hoffe ich das ich hier eine Antwort zu meiner Frage bekomme =)
Wir sind ein Medizintechnikunternehmen, Zertifiziert nach DIN EN ISO 13485:2016, Reinraumklasse ISO 8
Nun geht es um eine Beschaffung neuer Datenlogger (Temperatur und Feuchtigkeit) sowie die weiter Vorgehensweise der RE-Qualifizierung.
Heiße Diskussion: DAkkS oder ISO Kalibrierung?!

DakkS:
- Rückführung durch ein akkreditiertes Kalibrierlabor auf nationale Normale gewährleistet --> ausschließlich eine externe Überwachung
- laut Richtline ISO/IEC 17025: Mindestanzahl an Messpunkten (10)
ISO:
- Rückführung auf Normale nur indirekt gewährleistet --> ausschließlich eine interne Überwachung
- teilweise keine Vorgaben für Messpunkte, können intern gehandhabt werden

Vielleicht kann mir hier jemand noch konkreter den genauen Unterschied aufweisen und eine Empfehlung dahingegen aussprechen. Meines Erachtens wäre eine DAkkS RE-Kalibrierung sinnvoll, jedoch kostspielig!


Vielen lieben Dank =) Freu mich auf eure Antworten

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20 Mär 2020 12:30 #29956 von Humpty
Hallo Ellmka,
grundsätzlich würde ich sagen das es egal ist ob Du das Prüfmittel bei der Medizinprodukte anwendest oder im der Produktion von Maschinen Bauteilen, dazu gibt es keine andere Norm, denke ich.

Bei deiner Aufzählung hast du den Weckskalibrierschein nicht aufgezählt. Ich habe mal gelernt das man immer so wenig wie möglich, kosten Druck , zu Kalabriern.
Aber wichtiger ist was benötigt du? Dakks Kalibrieren ist so ziemlich das aufwändigste. Hir wird auf die Wiederholbarkeit sehr große acht gelegt. Aber da ist nicht sichergestellt ob hier deine Anforderung oder dein Range berücksichtigt werden. Dein Beispiel Temperatur im Raum mochtes du 20° ±0,5°sicherstellen. Der Dakks schein hat Werte 18&22&24c°….welche Aussage hat du dann? Das gute ist wenn man ein Dakks geprüftes Messmittel hat kann man selbst Kalabriern.
ISO Kalibrieren halten sich streng an die ISO norm da weiß man was man hat .
Ich bevorzuge grundsätzlich einen Weckskalibrierschein, da schrieb ich vor was ich geprüft haben möchte, wie groß die Messtoleranz sein darf. Natürlich ist das ein weniger aufwändig aber spart Geld und viel Ärger.
Gruß
Humpty
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21 Mär 2020 17:53 #29957 von jkm
Hallo Ellmka,

erst einmal solltet Ihr euch von dem Gedankengut trennen, dass DAkkS- Kalibrierungen kostspielig sind. Fast alle Kalibrierlabore bieten heute eine Kalibrierung nach der DIN 17025 an und haben sich dem allgemeinen Preisspiegel angepasst. Die Zeit der Überhöhten und sehr teuren DAkkS Kalibrierung ist meines Erachtens vorbei. Sicherlich gibt es immer wieder Ausnahmen die die Regel bestätigen. Der ein oder andere wird hier bestimmt auch wieder Erfahrung haben, dass es bei bestimmten Messmittels sehr teuer werden kann. Aber stellt doch mal bei eueren Kalibrierdienstleister die Anfrage und die Kosten gegenüber.

Hier mal ein Beispiel an Hand eines
Lehrdorn
Verfahren nach VDI / VDE / DGQ 2618 Blatt 4.1 Option 4 Preis 28,00€
Verfahren nach DAkkS-DKD-R 4-3 Blatt 4.1 Option 5.3.4 Preis 29,00€

Messschieber
Verfahren nach VDI / VDE / DGQ 2618 Blatt 9.1 Preis 6,10€
Verfahren nach DAkkS-DKD-R 4-3 Blatt 9.1 Preis 6,80€

Du siehts hier gibt es keine Unterschiede mehr. Im übrigen kannst du auch bei der DAkkS Kalibrierung deine Messtoleranz vorgeben, bzw. du musst sogar bewerten, ob dein Messmittel in der angegebenen Messunsicherheit für deinen Einsatzzweck ausreichend ist.

Anbei noch im Anhang ein Schreiben zu den Unterschieden Werkskalibrierung und DAkkS Kalibrierung

mfg JKM

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