file Frage Produktionslenkungsplan Montage

  • Hendrik.Kreienborg
  • Hendrik.Kreienborgs Avatar Autor
  • Offline
  • Quality Beginner
  • Quality Beginner
Mehr
17 Okt 2019 11:04 - 17 Okt 2019 11:05 #29281 von Hendrik.Kreienborg
Produktionslenkungsplan Montage wurde erstellt von Hendrik.Kreienborg
Hallo liebe Mitglieder,

ich habe mir zur Aufgabe "das Einführen von einheitlichen Produktionslenkungsplänen" gemacht und einen Workshop mit unseren FMEA-Moderatoren initiiert.

Soweit so gut. Nun drehen wir uns bei den einzelnen Definitionen der Spalten im Kreis.

Zu uns: Wir sind ein TIER 1 und liefern montierte elektronische/ mechatronische Systeme. Wir kaufen zu 100% Komponenten ein, die von uns montiert werden. Wir prüfen mit EOL also immer 100%.

Punkt 1: Der Unterschied zwischen Produkt- und Prozessmerkmalen ist für uns nicht immer eindeutig in Bezug auf unsere Montage (Beispiel: Wir haben Montagelinien, die teils viel Handmontage erfordern aber auch automatisierte Montageprozesse). Meiner Meinung nach haben wir überwiegend Produktmerkmale da wir die Fertigungstiefe gar nicht haben, außer das Projektteam entscheidet sich, den Werkereinfluss mit aufzunehmen.
(Anderes Beispiel: Drehmoment 2,4Nm ±0,3N wird mit einem geführten Schrauber (Werkzeug) aufgebracht und der Drehmomentaufnehmer in dem Schrauber wäre dann das Prüfmittel?) Lenkung wäre dann 100% (in unserem Fall)

Punkt 2: Ist die Prüfmittelüberwachung Teil des PLP`s ?

Punkt 3: Ich weiß nicht so richtig wohin mit der Erststückfreigabe, für mich ist das eine Lenkungsmethode oder wie seht ihr das? Wir führen eine MAK (Maschinenanlagekarte) wo der Werker mit verschiedenen Einstellmeister oder Dummy´s die Funktionen der Anlage überprüft und gegenzeichnet.

Mfg
Hendrik K.
Letzte Änderung: 17 Okt 2019 11:05 von Hendrik.Kreienborg. Begründung: Fehlende Ergänzung

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
17 Okt 2019 23:16 #29285 von jkm
jkm antwortete auf Produktionslenkungsplan Montage
Hallo Hendrik,
hier mal der Versuch Dir den PLP näher zu bringen:
Punkt 1:
es ist erst einmal völlig unrelevant, ob deine Prozesse automatisiert sind oder Handmontage, auch die Fertigungstiefe oder ein Werkereinfluss spielt so gesehen auch erst einmal keine Rolle. Die Definition von Merkmalen "Produkt" und "Prozess" muss euch im klaren sein.
Produktmerkmale sind Merkmale, die Ihr am Produkt messen könnt. Länge vom Teil, Anziehdrehmoment der Schraube, Ausdrückkraft der Niete oder Höhe des Lötpunktes, Gewicht der Bauteils, etc.
Prozessmerkmale sind z.B. die Temperatur beim Verlöten der Bauteile, der Luftdruck beim autm. Verschrauben, die Geschwindigkeit des Schraubers, Das Vorhandensein des Werksprüfzeugnis (APZ 3.1) im Wareneingang, die richtige Stückzahl in der Verpackung, das korrekte Label auf der Verpackung

Dein Beispiel Drehmoment (2,4Nm ±0,3N wird mit einem Schrauber aufgebracht), der Drehmomentaufnehmer in dem Schrauber ist dann das Prüfmittel. Die Häufigkeit der Prüfung ist 100% bei jedem Fertigungsauftrag. Die Lenkungsmethode ist z.B. der Fertigungsauftrag, eine Prüfanweisung oder vielleicht habt Ihr ja bei dem Schrauber eine automatische Aufzeichnung der erreichten Drehmomente. Das sind Lenkungsmethoden bzw. korrekt aus dem énglischen übersetzt Steuerungsmethoden. Wie steuere ich dieses Merkmal (z.B. Prüfanweisung) und wo dokumentiere ich dieses Merkmal (z.B. Prüfauftrag)

Punkt 2: Ist die Prüfmittelüberwachung Teil des PLP`s ? klare Antwort -> Nein

Punkt 3:
Die Erststückfreigabe ist ein Arbeitsgang im Prozess Rüsten. Bei der Erststückfreigabe definiert Ihr, welche Merkmale am Produkt und Prozess nach dem Rüsten (Einstellen) der Anlage geprüft werden müssen
Deine Maschinenanlagenkarte, wo der Werker mit verschiedenen Einstellmeister oder Dummy´s die Funktionen der Anlage überprüft und gegenzeichnet ist eine der möglichen Lenkungsmassnahmen.

mfg JKM

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Hendrik.Kreienborg
  • Hendrik.Kreienborgs Avatar Autor
  • Offline
  • Quality Beginner
  • Quality Beginner
Mehr
18 Okt 2019 08:27 #29287 von Hendrik.Kreienborg
Hendrik.Kreienborg antwortete auf Produktionslenkungsplan Montage
Hallo JKM,

erst einmal danke für die ausführliche Antwort.

Ich habe viele verschiedene Definitionen von Produkt- und Prozessmerkmalen gefunden, sodass ich verunsichert bin was nun richtig ist. Kannst Du auf eine Quelle verweisen?

Ich habe Zugang zu allen VDA Bänden und AIAG Unterlagen aber so steht die Definition nämlich nicht dort ;).

Punkt 2: Kannst du das begründen? Ich hatte gestern eine Diskussion mit unserer Auditorin. Ihr Vorschlag war die Prüfmittel und deren Kalibrierungsfrequenz mit aufzunehmen damit der Werker sich auch den PLP bzw. den abgeleiteten Prüfplan auch anschaut. Denn heute ist es so, dass der Werker sich nur die Maschinenanlagekarte anschaut, weil er dort aktiv gegenzeichnen muss. Ich habe mich dagegen gewehrt mit der Begründung, dass ich PMÜ dort nicht sehe und das Dokument nicht zweckentfremden will.

Punkt 3 ist für mich abgehakt, danke!

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
18 Okt 2019 16:42 #29290 von jkm
jkm antwortete auf Produktionslenkungsplan Montage
Hallo Hendrik,

zu deiner Frage: "Definitionen von Produkt- und Prozessmerkmalen - Kannst Du auf eine Quelle verweisen?"
Schau mal in die QS 9000 (APQP & CP), auf Seite 41 steht zu der Spalte 19 (Merkmal Produkt) folgendes:
Produktmerkmale sind Merkmale oder Eigenschaften eines Teils, einer Komponente oder Baugruppe, die in Zeichnungen oder anderen primär technischen Informationen beschrieben sind.
auf gleicher Seite steht zur Spalte 29 (Merkmal Prozess): Prozessmerkmale sind die Prozessparameter die in einem Ursachen- und Wirkungszusammenhang mit dem identifizierten Produktmerkmal stehen
Beispiel: der anstehende Druck (Luftdruck) an einem Schrauber kann z.B. das Drehmoment oder die Kraft (Einschraubtiefe) beeinflussen. Die Presskraft eines Stanzautomaten hat z.B. einen Einfluss auf die Ebenheit einer Fläche nach dem Umformen.

Du hast ja schon richtig geschrieben: "Ihr Vorschlag war die Prüfmittel und deren Kalibrierungsfrequenz mit aufzunehmen". Man muss aber nicht jedes Gedankengut eines Auditors(Auditorin in das Unternehmen tragen!
Es gibt weder aus der QS 9000, IATF oder AIAG hierzu eine Forderung, deswegen ist dieser Vorschlag nicht bindend. Auch finde ich es völlig unangemessen, warum sollte sich ein Mitarbeiter den PLP oder den Prüfplan ansehen, wenn es um die Kalibrierung geht. Diesen tieferen Sinn des Auditors kann ich nicht nachvollziehen.
Ich kann Dir hier nur beipflichten, dass du diesen Vorschlag abgelehnt hast.

ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen. Wenn Du weitere Infos oder Nachweise benötigts, kannst du mir auch eine Mail schreiben (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

mfg JKM

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
22 Okt 2019 16:57 #29298 von Wintzer
Wintzer antwortete auf Produktionslenkungsplan Montage
Hallo Hendrik,

zu Deinem Thema habe ich beiliegende Abhandlung auf meiner Webseite veröffentlicht. Vielleicht hilft`s weiter.

MfG
Peter Wintzer

Dieser Beitrag enthält einen Anhang.
Bitte anmelden (oder registrieren) um ihn zu sehen.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Hendrik.Kreienborg
  • Hendrik.Kreienborgs Avatar Autor
  • Offline
  • Quality Beginner
  • Quality Beginner
Mehr
07 Nov 2019 14:17 #29337 von Hendrik.Kreienborg
Hendrik.Kreienborg antwortete auf Produktionslenkungsplan Montage
Hallo Wintzer,

ist nicht das was ich suche aber daraus konnte ich ebenfalls was entnehmen und zwar das die Control Plan nicht ein Dokument sein muss. :)

danke dafür

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.