file Frage Notfallplan und dessen nachweisliche Simulation

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09 Aug 2019 08:14 #29035 von Babyboss
Guten Morgen zusammen,

vor ein paar Monaten, habe ich unser Unternehmen durch Erstzertifizierung zur IATF16949:2016 geführt.
Soweit, so gut ... Während der Entwicklungsphase des Systems, sowohl im Nachgang der Zertifizierung stoße ich immer wieder auf die Thematik Notfallplan und dessen Simulation als Wirksamkeitsnachweis. Hat von Euch jemand Anregungen, wie man dies Thema nachhaltig bearbeiten/vorantreiben kann?

Vielen Dank für eure Beiträge im Voraus.

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11 Aug 2019 12:19 #29040 von the Raccoon
Der Begriff "contingency planing " ist etwas anderes und schwer zu übersetzten.
Hier ist wohl nicht ein Überraschungsfall sondern eher ein Möglicher Auftretender Fehler gemeint.
Macht euch eine Liste der Prozesse die eurer Produktionssystem ausmachen.(System FMEA)
Negiert die Funktionen die Ihr bracht und Ihr habt den Fehlerfall.
Überlegt wie Ihr den kompensieren könntet.
Macht euch Übungsszenarien wie Ihr deren Wirksamkeit testen könnt.
Beispiele:
# Strom fällt aus - Ihr habt ein Notstromgerät - Ihr übt Monatlich die Umschaltung.
# EDV fällt aus - Daten werden ausgelagert und Ihr könnt per Clients darauf zugreifen - wird wöchentlich geprüft ob das geht.
# Messmittel fallen aus - Ihr wisst wo Ihr Ersatz bekommen könnt - Ihr testet regelmäßig wie lange das dauert.
# Material fehlt weil Fehlerhaft - Ihr habt Zweitlieferant - Ihr fragt Regelmäßig nach Verfügbarkeit oder habt entsprechende Lagerbestände aufgebaut.
Es geht im wesentlichen darum das der Kunde nicht "abreißt" und es eben nicht zu Stillstandszeiten kommt.

the Raccoon
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12 Aug 2019 13:41 #29047 von Wintzer
Hallo Babyboos,

da ich das Thema gerade selber bearbeite, ergänzend zu den Anmerkungen von the Raccoon:

Im Zuge von Risikobetrachtungen wie z.B.: FMEA für Produkte-, Herstellungsprozesse oder Umwelt und Gefährungsbeurteilungen werden zunächst Risikosituationen ermittelt. Im nächsten Schritt werden Maßnahmen festgelegt zur Risikovermeidung oder Risikominimierung.
Verbleibt das Risiko einer Eintrittswahrscheinlichkeit, sind in diesen Fällen auch Notfallpläne zu erstellen, wie mit dem eingetretenen Risiko umzugehen ist.
Bei einigen dieser Notfallpläne reicht dann eine regelmäßige Schulung aus, in anderen Fällen ist tatsächlich die Notfallsimulation zu implementieren. Ein klassisches Beispiel dafür ist der "Notfallplan Brand". Hier muss der Notfall tatsächlich auch geübt werden und ein Nachweis darüber muss vorhanden sein.

MfG
Peter Wintzer
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12 Aug 2019 13:51 #29049 von donald6556
zu dem was the racoon geschrieben hat ,kann ich noch ein paar Zusatzhinweise geben:
das sog. Business Continuity Management ( BCM ) beinhaltet genau die Punkte, was die Firma an Vorbeugungsmaßnahmen treffen muss, um im Falle von verschiedenen Ausfällen oder dem Eintreten von bestimmten Ereignissen oder Situationen (die eine Produktion oder Dienstleistung verhindern) nachweisbar ! tun kann.
z.B. -Stromausfall=> Einsatz von Notstromgeneratoren ( die vorhanden sind) und dies mindestens in einem definierten Zeitraum nicht nur simuliert sondern auch getest wird = den Ernstfall proben und hat damit den Machbarkeitsnachweis
Ausfall von IT-Systemen => Backup /Recovery in XX Stunden beim einsatz von VM-Systemen oder Ausfallrechenzentrum zur Übernahme von IT-Services in xx Stunden,
-bei einem vorliegen Servicevertrag eines dienstleisters, kann man sich auch durch ein SLA die Recovering Zeiten für z.B. Datenbanksysteme schriftlich zusichern lassen
-defekt von Maschinenteilen=> eigene Ersatzteillagerung , wenn Lieferung eines Dritten zu lange dauert oder auch Vorhandensein von Wahrtungsverträgen mit definierten SLA' von x Stunden Reaktionszeit usw.
Dies erfordert schon eine akribische Auflistung und sollte mit den Abteilungen auch unter Risikobeurteilung mit der GF abgesprochen werden und ist keine Aufgabe, die der QMB alleine machen sollte, aberso mit den Abteilungen und GF vorangetrieben werden kann. Viel Erfolg dabei !
Gruß donald6556
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