Frage Notwendigkeit eines jährlichen VDA 6.3 Audits

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12 Mär 2018 08:30 #26845 von Yoda
Yoda erstellte das Thema Notwendigkeit eines jährlichen VDA 6.3 Audits
Hallo liebe Gemeinde,

ich habe dieses Jahr im März die Stelle des Qualitätsleiters übernommen. Mein Vorgänger hat letztes Jahr 2 interne Prozessaudits nach VDA 6.3 durchgeführt.

Ich bin leider noch nicht qualifiziert diese durchzuführen, da mir die entsprechend dokumentierte Vollzeitberufserfahrung fehlt. Ich war 5 Jahre freiberuflicher Berater, diese Zeit wird aber anscheinend nicht angerechnet.

Wenn es keine Kundenanforderung nach einem jährlichen Prozessaudit gibt, bzw. keine QSV ist die Frequenz der Prozessaudits doch alle drei Jahre oder sehe ich das falsch? Dies würde mir die Möglichkeit geben in 1,5 Jahren meine Prozessauditorenqualifikation zu erlangen.

Für eure Hilfe wäre ich sehr dankbar.

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12 Mär 2018 13:00 #26847 von QMLEK87
QMLEK87 antwortete auf das Thema: Notwendigkeit eines jährlichen VDA 6.3 Audits
Hallo Yoda,

ich nehme mal an, dass ihr Unternehmen nach IATF 16949 zertifiziert ist.

Wenn dies so ist geht von der Normforderung heraus, dass sie ihr Produktionsprozess in allen Schichten überprüfen müssen.

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12 Mär 2018 13:21 #26849 von Andreas.Huber
Andreas.Huber antwortete auf das Thema: Notwendigkeit eines jährlichen VDA 6.3 Audits
Hallo Yoda,

nach IATF müssen alle Prozessaudits im Zeitraum von 3 Jahren stattgefunden haben. (siehe Abschnitt 9.2.2.2)
Berücksichtigt werden muss jedoch auch, dass die Frequenz der Audits ggf. erhöht werden muss...bspw. bei Prozessänderungen sowie internen/externen Fehlern.

Zwar schreibt die IATF nicht vor, dass Prozessaudits innerhalb eines Zeitraums von 1,5 Jahren nicht gemacht werden muss....jedoch würde ich als Auditor an dieser Stelle eine gute Begründung hören wollen weshalb die Prozessaudits "ausgesetzt" werden können... Mir persönlich fällt keine vernünftige Begründung ein, weshalb ich Prozessaudits 1,5 Jahre lang nicht machen soll/muss und alle verbleibenden Prozessaudits in den letzten 1,5 Jahren nachhole.

Grüße
Andreas

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13 Mär 2018 07:21 - 13 Mär 2018 07:21 #26850 von Yoda
Yoda antwortete auf das Thema: Notwendigkeit eines jährlichen VDA 6.3 Audits
Wäre es denn möglich die Prozessaudits durchzuführen nach VDA 6.3 Richtlinien und diese dann als "Anlehnung an die VDA 6.3" zu deklarieren? Wie gesagt fehlt mir dort leider noch die Qualifikation. Oder muss ich jetzt einen externen Zertifizierer bestellen, der die Prozessaudits durchführt?
Letzte Änderung: 13 Mär 2018 07:21 von Yoda.

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13 Mär 2018 07:46 #26851 von QUASI0815
QUASI0815 antwortete auf das Thema: Notwendigkeit eines jährlichen VDA 6.3 Audits
Hallo,

ich würde ganz pragmatisch mit den Prozessaudits beginnen und Erfahrungen sammeln. 1 Prozessaudit erscheint mir zu wenig, das Prozessaudit ist aus meiner Sicht das schärfste Schwert des QMs...jeden Prozessschritt einmal jährlich halte ich für sinnvoll. Ich würde nicht warten, sondern starten und Erfah-rungen sammeln. Ob du dies in Anlehnung an VDA 6.3 oder gemäß 6.3. definierst, wenn interessiert es?

Gruß
QUASI

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13 Mär 2018 07:58 - 13 Mär 2018 08:00 #26854 von Yoda
Yoda antwortete auf das Thema: Notwendigkeit eines jährlichen VDA 6.3 Audits
Wen interessiert es? Zum einen die Kunden würde ich sagen zum anderen steht im VDA 6 Band 3 ja auch unter Fachliche Vorraussetzung der Nachweis einer erfolgreichen Teilnahme an einer VDA Schulung. Ich könnte ja die Schulung besuchen, nur die Prüfung kann ich noch nicht ablegen.

Wenn es nach meinem persönlichem Anspruch geht würde ich entsprechend einmal im Quartal maximal alle 4 Monate ein Prozessaudit machen, alleine nur um eventuelle Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten aufzudecken.
Letzte Änderung: 13 Mär 2018 08:00 von Yoda.

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13 Mär 2018 14:52 #26859 von Wintzer
Wintzer antwortete auf das Thema: Notwendigkeit eines jährlichen VDA 6.3 Audits
Hallo Yoda,

1. IATF 16949 fordert in 9.2.2.3 Abs. 1 eine Auditierung aller Prozesse im Laufe der 3 Jahre.
2. Abschnitt 7.2.3 Abs. 3 listet Qualifikationskriterien auf, die nicht Bezug auf VDA 6.3 nehmen und Abschnitt 4 stellt weitere Mindestanforderungen, wobei das Wort "mindestens" eine Ergänzung durch die IATF-SI vom Okt. 2017 ist.
3. Abschnitt 7.2.3 Abs. 1 in Kombination mit der IATF-SI Nr. 4 vom Okt. 2017 bestimmt, dass die Qualifikationskriterien von der Organisation selbst festgelegt werden.
4. Somit reicht im ersten Ansatz eine Ausbildung in IATF-16949:2016 aus, es sei denn, es liegen Kundenanforderungen nach VDA 6.3 vor.
5. Aus der bisherigen Korrespondenz kann ich aber nicht entnehmen, ob eine Auditorenqualifikation nach ISO 9001 bzw. ISO 19011 bereits vorliegt. Ist dieses als Grundvoraussetzung nicht gegeben, wird Eurer Firma wohl nichts anderes übrig bleiben, als eine externe Person zu beauftragen, die die erforderliche Qualifikation besitzt.

Gruß
Peter Wintzer

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14 Mär 2018 06:42 #26862 von N.Unzicker
N.Unzicker antwortete auf das Thema: Notwendigkeit eines jährlichen VDA 6.3 Audits
Hallo Yoda,

ergänzen möchte ich noch die Forderung der Formel Q. Für die internen Prozessaudits muss auch die Qualifizierung der Auditoren nachgewiesen werden ( Auditorenkarte)
Gruß Norbert

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14 Mär 2018 08:26 - 14 Mär 2018 08:30 #26864 von Yoda
Yoda antwortete auf das Thema: Notwendigkeit eines jährlichen VDA 6.3 Audits
Hallo Herr Wintzer, vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort,

ich habe bis jetzt nur die Zertifizierung QMB und QManager (beides TÜV), Ende April folgt der Q-Auditor 19011 (Zertifikat), im Mai der Kurs Prozessauditor VDA 6.3, ich bin aber nicht Personenzertifiziert (mir fehlen 1,5 Jahre Berufserfahrung, meine freiberufliche Tätigkeit wird nicht angerechnet) und im Juni dann der IATF Auditor (Zertifikat).

Die Frage die mir noch offen bleibt, in der VDA 6.3 heißt es unter 3.1 Fachliche Voraussetzung: Nachweis über erfolgreiche Teilnahme an einer VDA 6.3 Schulung. Wäre dann ja durch eine Bestandene Lernkontrolle gegeben.

Die Schulung würde ich ja erfolgreich, inklusive Test abschließen, ich wäre halt nur nicht personenzertifiziert.

Sehe ich das richtig, dass ich dann entsprechend trotzdem einen Nachweis habe, der mich berechtigt entsprechende Audits durchzuführen?
Letzte Änderung: 14 Mär 2018 08:30 von Yoda.

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14 Mär 2018 13:22 #26869 von Wintzer
Wintzer antwortete auf das Thema: Notwendigkeit eines jährlichen VDA 6.3 Audits
Hallo Yoda,

mit dem IATF-Auditor sollte eine ausreichende Qualifikation vorliegen. Ob zusätzlich der VDA 6.3-Auditor benötigt wird, hängt davon ab, ob eine entsprechende Kundenforderung vorliegt.

Um im IATF-Fall sicher zu gehen, würde ich diese Voraussetzungen jetzt meinen Zert.-Auditor mitteilen und die Frage stellen, ob auch er das für ausreichend hält.

Gruß
Peter Wintzer

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15 Mär 2018 07:08 #26874 von Yoda
Yoda antwortete auf das Thema: Notwendigkeit eines jährlichen VDA 6.3 Audits
Vielen Dank für den tollen und hilfreichen Austausch. Next Step wäre für mich nun ein Gespräch mit dem 3rd party Auditor, der uns immer auditiert.

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15 Mär 2018 21:49 - 15 Mär 2018 22:04 #26884 von AlexQS
AlexQS antwortete auf das Thema: Notwendigkeit eines jährlichen VDA 6.3 Audits
Hallo Yoda,

Yoda schrieb: Die Frage die mir noch offen bleibt, in der VDA 6.3 heißt es unter 3.1 Fachliche Voraussetzung: Nachweis über erfolgreiche Teilnahme an einer VDA 6.3 Schulung. Wäre dann ja durch eine Bestandene Lernkontrolle gegeben.

Die Schulung würde ich ja erfolgreich, inklusive Test abschließen, ich wäre halt nur nicht personenzertifiziert.

Sehe ich das richtig, dass ich dann entsprechend trotzdem einen Nachweis habe, der mich berechtigt entsprechende Audits durchzuführen?


Ja! - Solange du keine externen Audits durchführst oder VW als Kunden hast, brauchst du keine personenzertifizierte Auditorenkarte sondern den Nachweiß, dass du an der VDA 6.3 Schulung teilgenommen hast und die Lernkontrolle bestanden hast.

Ich hatte bis letztes Jahr auch eine Auditorenkarte gehabt, die ist ausgelaufen da ich keine externen Audits mehr durchführe.
Aktuell erhalten bei uns in der Firma nur die Lieferantenauditoren die personenzertifizierte Auditorenkarte ( 5 Tage Schulung mit Prüfung) und dies ebenfalls nur am Anfang.
Alle anderen, also interne Auditoren, erhalten die notwendigen Grundschulungen (z.B. Q-Auditor 19011, VDA 6.3 Grundkurs mit Lernkontrolle, usw.) und die aufrechterhaltung wird über die durchgeführten Audits nachgewiesen.
Genau so sieht es mit Lieferantenauditoren aus, deren VDA Lizenz ausgelaufen ist, die werden intern über diverse Schulung geschult bzw. Erbringen den Nachweiß ihrer Auditerfahrung und gut ist.

Wir hatten jetzt unser IATF Audit und das wurde auch so akzeptiert.
Die entsprechende Forderungen, aus der Formel Q wurde von unserem Unternehmen abgelehnt und VW hat dies auch so letzten Endes akzeptiert.

Zumal VW selber für seine Auditoren eine Sonderegelung hat, die müssen keine Prüfung ablegen. :D

Also solange die Formel Q bzw. generell irgendwelche CSR's, in denen ein zertifizierter VDA6.3 Auditor verlangt wird, kein Bestandteil eurer Kundenanforderungen ist, dann reicht dir die VDA6.3 Schulung mit bestandener Lernkontrolle aus.

Obwohl ich wie Wintzer der Meinung bin, dass du mit deiner IATF Ausbildung ausreichend qualifiziert bist.

Achja, eine Auditorenkarte macht sowieso keinen guten Auditor aus.

Gruß
Alex
Letzte Änderung: 15 Mär 2018 22:04 von AlexQS.

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16 Mär 2018 06:38 #26885 von N.Unzicker
N.Unzicker antwortete auf das Thema: Notwendigkeit eines jährlichen VDA 6.3 Audits
Hallo Alex,

deiner Ausführung kann ich mich nur anschließen, bis auf die Qualifikation der Auditoren. Wir haben auch VW als Kunden. Unser Zertifizierungsaudit ist in der letzten Woche gewesen und wir mussten den Nachweiß erbringen. Liegt sicherlich auch an der unterschiedlichen Vorgehensweise der Auditoren.

Gruß Norbert

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16 Mär 2018 19:53 - 16 Mär 2018 20:12 #26889 von AlexQS
AlexQS antwortete auf das Thema: Notwendigkeit eines jährlichen VDA 6.3 Audits
Hallo Norbert,

es liegt bestimmt natürlich auch unserer Unternehmensgröße, dass wir den Nachweiß nicht erbringen müssen bzw. diese Forderungen von VW für interne Auditoren ablehnen.

Ich war letztes Jahr auf einer Schulung. Der Referant der die Schulung durchgeführt hat, war zufällig auch mein damaliger Prüfer bei der VDA6.3 Prüfung. Von Ihm habe ich auch erfahren, dass die VW Auditoren (sowohl extern als auch intern) nur an der Lernkontrolle, aber nicht die Prüfung am 5.Tag absolvieren müssen und bekommen trotzdem vom VDA ein Zertifikat.

Daher kann ich persönlich die Forderung von VW nicht wirklich ernst nehmen, da die ja selber anscheinend eine Sonderregelung haben.

Zumal es aus meiner Sicht auch nicht wirklich Sinn macht, da man ja mit der zertifizierten Karte nicht gleich ein "guter" Auditor ist.
Man sammelt ja mit der Zeit und mit jedem Audit etwas Erfahrung.
Besonders wenn man mit anderen Auditoren, die ein gewisses Fachwissen in bestimmten Prozessen besitzen (Oberflächenbehandlung, Schweißen, Elektronische Bauteile etc.) gemeinsan Audits durchführt, lernt deutlich mehr als bei dem VDA Lehrgang selbst, da dieser einem sowieso nur das Grundverständnis beibringen soll.

Gruß
Alex
Letzte Änderung: 16 Mär 2018 20:12 von AlexQS.

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18 Mär 2018 12:18 #26892 von Ca-Pa
Ca-Pa antwortete auf das Thema: Notwendigkeit eines jährlichen VDA 6.3 Audits
Bezüglich der Kompetenz interner Prozessauditoren schreibt der VDA 6.3, 3. erw. Aufl. (S. 19) folgendes vor:

Mindestens 3 Jahre Berufserfahrung (ab 2 Jahren Berufserfahrung können betr. Ausbildungszeiten berücksichtigt werden), vorzugsweise in produzierenden Unternehmen der Automobilindustrie, davon mindestens 1 Jahr im QM.
Als fachlicher Nachweis genügt die erfolgreiche Teilnahme an einer VDA 6.3 Schulung (S.19)

Die 5 Jahre Berufserfahrung werden für 2nd und 3rd Party Audits benötigt (S. 20-21).

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11 Apr 2018 23:46 - 11 Apr 2018 23:47 #26987 von AlexQS
AlexQS antwortete auf das Thema: Notwendigkeit eines jährlichen VDA 6.3 Audits
Hallo zusammen,

Für die Formel Q Audits benötigt man nun keine Auditorenkarte, siehe Link zum Thread:

simple-quality.de/forum/kommentare-zu-ne...hang-2018.html#26941

Gruß
Alex
Letzte Änderung: 11 Apr 2018 23:47 von AlexQS.

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